Bundessport- und Freizeitzentrum

Das Barockschloss Schielleiten, dass zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut wurde, ist heute ein beliebtes und bekanntes Bundessport- und Freizeitzentrum mit moderner Sportanlage mit Hotelcharakter. Schielleiten gilt als einer der wichtigsten Schlossbauten des Spätbarocks in der Steiermark und wird auch heute noch genutzt. Rund 200 Betten und ein 43 ha großes Areal mit Sportanlagen bieten hier die optimale Voraussetzung für Trainingslager. Fußballplätze, Tennis- und Volleyballplätze sowie Leichtathletikbereiche bieten ausreichend Möglichkeit zum Trainieren. Doch eignet sich das Schloss nicht nur für sportliche Zwecke, auch Seminare oder Hochzeiten können in den Räumlichkeiten des Barockschlosses veranstaltet werden. Der Platz vor dem Schloss ist aufgrund der traumhaften Kulisse ein beliebter Ballonstartplatz. Mit Veranstaltungen wie etwa den „Schielleitner Barockabenden“ erfolgt auch eine kulturelle Nutzung des Schlosses.

In unmittelbarer Nähe des Schloss Schielleiten findet man den Stubenbergsee, um den man ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm findet. Auch befinden sich einige Restaurants und Buschenschänke in unmittelbarer Nähe des Schlosses.

Die Geschichte

Um 1720 begann man unter Max Rudolf Graf Wurmbrand-Stuppach mit dem Bau des spätbarocken Schlosses Schielleiten, das bereits 1730 fertiggestellt war. Die Grafen Wurmbrand-Stuppach waren ursprünglich auch im Besitz der Burg Schielleiten, die jedoch zugunsten des Schlosses aufgegeben wurde. Dieses wurde im Stil des Wiener Hochbarocks in der Form eines Mittelpavillons mit Seitenflügeln angelegt. Die Grafen hatten sich jedoch scheinbar bei der Einteilung der finanziellen Mittel verschätzt und mussten bereits nach kurzer Zeit Burg und Herrschaft Neuhaus verkaufen. Zudem kam es aufgrund überhöhter Abgaben zu Konflikten mit den Untertanen. Nach dem Tod des Grafen stoppte seine Witwe die Bauarbeiten am Schloss, lediglich der Mittelrisalit, die beiden Flügel und der Westrisalit wurden fertiggestellt.

Bis 1906 blieb das Schloss im Besitz der Familie und wurde anschließend von Marchese Antonio Tacoli gekauft, dessen Erben es im Jahr 1921 an den Großindustriellen und Torpedofabrikanten Frank Whitehead verkauften.

1935 erwarb schließlich die Republik Österreich das Schloss und übergab es der damaligen Österreichischen Turn- und Sportfront. Im selben Jahr wurde der fehlende Ostrisalit stilgemäß ergänzt und angepasst. Im Zweiten Weltkrieg stand das Schloss den Nationalsozialisten zur Verfügung und wurde als Gau-Sportschule genutzt. Später diente es als Ausweichquartier für das Grazer St. Anna-Kinderspital, gegen Kriegsende wurde das Schloss als Lazarett genutzt. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude mehrfach restauriert und 1972 auch im Inneren umgebaut.

Architektur und Kunst

Das Schloss (Neu-)Schielleiten ist ein zweigeschossiger Barockbau, der vorwiegend durch das Wiener Hochbarock geprägt wurde. Es besteht aus einem leicht ausgerundeten, dreiachsigen Mittelpavillon, der an zwei fünfachsige Flügelbauten anschließt. Diese werden von zwei vierachsigen Eckrisaliten begrenzt. Das Obergeschoss des Schlosses zeichnet sich durch den aufwendigen Schmuck der Fenster aus: In den Rundungen der hervorspringenden Überdachung des Schmucks findet man abwechselnd Stuck in Form von Vasen und Muscheln. Die Fenster des Mittelpavillons sind mit besonderen Stuckarbeiten verziert, die wesentlich auffälliger sind als die der übrigen Fenster. Über dem hohen Mittelfenster wurde eine Uhr angebracht. Die Kolossalpilaster des Mittelpavillons verbinden die beiden Stockwerke nach außen hin optisch miteinander. Genau über den vier Pilastern des Mittelpavillons ist jeweils eine Statue angebracht. Einige der Räume des Schlosses wurden im 18. Jahrhundert mit Stuckdecken und Öfen ausgestattet, die teilweise noch erhalten sind. Die Parkseite des Gebäudes verfügt über eine Terrasse, deren Treppe in den Park des Schlosses hinunterführt. Links und rechts vom Schloss liegen vier Nebengebäude: Das Verwalterhaus, ein Presshaus, ein Gartenhaus und der einstige Pferdestall. Auch eine stilvoll eingerichtet Kapelle ist am Gelände des Schlosses zu finden.

Kontakt

Schloss Schielleiten, 8223 Stubenberg am See,
T: +43 3176 8811, schielleiten (at) bsfz. at, www.bsfz.at

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