Steirischer Petersdom

Zwischen dem Masenberg und dem Rabenwald, inmitten des Naturparks Pöllauer Tal, findet man die Pfarrkirche zum heiligen Veit in Pöllau, die auch liebevoll „steirischer Petersdom“ genannt wird.

Die erste Erwähnung der Pfarre findet man auf einer kirchlichen Urkunde aus dem Jahr 1163, bei der ein gewisser „Heinricus de Polan“ als Zeuge genannt wird. Die heutige Pfarrkirche und das Schloss sind Teil des Gebäudekomplexes des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes in Pöllau, das 1504 von Vorau aus besiedelt wurde.

Die Pfarrkirche wurde ungefähr zwischen den Jahren 1701 und 1712 nach den Entwürfen von Joachim Carlone erbaut, dessen ursprünglich aus Italien stammende Familie etliche berühmte Barockbaumeister hervorbrachte. An der Baudurchführung selbst war unter anderem auch Remigius Horner beteiligt.

Mit einer Gesamtlänge von über 62 m, einer Breite von rund 37 m und einer Kuppelhöhe von 42 m gilt die Pfarrkirche Pöllau als der größte barocke Kirchenbau der Oststeiermark. Der Grundriss der Kirche besitzt die Form eines kleeblattartigen Kreuzes, das von der hohen Kuppel überragt wird. Ursprünglich waren an der Westfassade zwei Türme vorgesehen, jedoch wurde lediglich der südliche vollendet, der heute über eine Höhe von etwa 53 m verfügt und in drei Teile gegliedert ist, von denen der oberste vom viereckigen Grundriss abweicht und in ein Achteck übergeht. Im obersten Bereich dieses Kirchturmes ist auch die Glocke untergebracht.

Die Fassade der Kirche verfügt über eine umlaufende Pilasterordnung, über den schlanken Fenstern des Sakralbaus sind vorspringende Segmentgiebel angebracht. Das Innere des Gebäudes ist mit prächtigen Fresken ausgestattet, die von Stiftsmaler Matthias von Görz geschaffen wurden. Das große Fresko der Langhaustonne zeigt als Ergänzung zur realen Wand ein drittes, gemaltes Arkadengeschoss, wie es in der barocken Freskenmalerei häufig der Fall war. In diesem illusionistischen Zusatzgeschoss sind Augustinerheilige zu sehen, darüber ein dicht mit Figuren gefüllter freier Luftraum, die unter anderem den Engelssturz, die Anbetung des Lammes oder die Verehrung des Kreuzes zeigen. Über dem Chor findet man ein Fresko zur Apotheose des königlichen Sängers David, in den Arkaden dazu Darstellungen der heiligen Jungfrauen und Märtyrer. Die Fresken in der Kuppel, die Matthias von Görz als erstes fertiggestellt hatte, zeigen die neun Chöre der Engel, die die heilige Dreifaltigkeit verehren, die sich über ihnen in der Laterne der Kuppel befindet.

Die reiche Einrichtung der Kirche stammt aus spätbarocker Zeit oder dem frühen Klassizismus. Im Chor findet man den Hochaltar eines unbekannten Meisters, dessen Hochaltarbild mit 8 m Höhe und 4 m Breite von Adam Ritter von Mölk stammt und 1779 angefertigt wurde. Es zeigt den Kirch- und Pfarrpatron Sankt Vitus bei seinem Martyrium, bei dem er von römischen Soldaten in einen Kessel siedendes Pech geworfen wurde.

Die Kirche verfügt über zahlreiche Seitenkapellen und Nebenaltäre, die reich an Verzierung sind und sogar die Sakristei der Kirche ist mit prachtvollen Freskenverzierungen ausgestattet. 

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Kontakt

TV Naturpark Pöllauer Tal, Schloss 1, 8225 Pöllau,
T: +43 3335 4210, info (at) naturpark-poellauertal. at, www.naturpark-poellauertal.at

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