Ruhige Lage und idyllische Landschaft

Einer Legende zufolge geht die Wallfahrt nach Maria Fieberbründl auf einen inmitten der oststeirischen Wälder lebenden Einsiedler zurück. Dieser hatte für sich allein eine Holzhütte in den Wäldern bei St. Johann bei Herberstein gebaut und dort eine Marienstatue aufgestellt. Aufgrund seiner Frömmigkeit genoss er bei den Menschen in der Umgebung ein hohes Ansehen und oft wurde er aufgesucht und nach Rat oder Trost gefragt. Nach dem Tod des Einsiedlers ging man weiterhin zu seiner Hütte in den Wald, um dort vor der Marienstatue zu beten.

Bald wurde die Bretterhütte zu einer kleinen Kapelle umgewandelt und auch das danebenliegende Brünnlein erfreute sich großer Beliebtheit, zumal seinem Wasser eine besondere Heilkraft zugeschrieben wurde. Besonders bei Fieberkrankheiten vertraute man auf die Wirkung des Brunnenwassers, sodass der Brunnen bald als Fieberbründl bezeichnet wurde.

Der Bau der heutigen Kapelle begann im Mai 1879 unter dem Kaplan von St. Johann bei Herberstein Alexius Albrecht. Diese wurde etwas entfernt vom alten Fieberbründl errichtet, weshalb sich der Besitzer des Grundes dafür entschloss, anstelle der alten verfallenen Kapelle ebenfalls eine neue zu errichten, die jedoch kleiner war. Mit einer Urkunde vom 25. Oktober 1879 wurde vereinbart, dass die größere Kapelle vor Ort Besitz der Gemeinde Kaibing wird, die kleine hingegen Eigentum des Grundbesitzters Michael Rosenberger bleibt. Einen Tag darauf, am 26. Oktober 1879 wurden die beiden Kapellen geweiht.

Die kleinere Kapelle wurde jedoch bereits 1893 zur Errichtung der Bethalle wieder abgetragen, nachdem man sie zuvor als Sakristei genutzt hatte. Der Bau der Bethalle war notwendig, da der Zustrom an Pilgern wuchs aufgrund mehrere Wunderheilungen um das Jahr 1880 rasant an, sodass im September 1883 bereits von 60.000 Wallfahrern jährlich die Rede war. Bereits 1894, also nur ein Jahr später war die 7 x 15 m Halle fertig, 1898 wurde sie mit Sitzbänken ausgestattet. 1911 erhielt die Kirche auch ein kleines Geläut, deren zwei Glocken jedoch 1942 im Zuge des Zweiten Weltkrieges eingesammelt wurden und erst 1947 durch neue ersetzt wurden. Seit 1954 sind Bethaus und Kapelle miteinander verbunden und stellen ein einheitliches Gotteshaus dar, das am 14. November 1954 geweiht wurde. Heute finden in der Kirche zwischen 600 und 700 Menschen Platz und durch Lautsprecher wird die Heilige Messe auch nach draußen übertragen.

Das Fieberbründl wurde bereits im Jahr 1888 in Röhren gefasst und so geleitet, dass das Wasser aus den Händen einer Statue der Gottesmutter floss. Diese war jedoch im Laufe der Zeit schadhaft geworden, bereits 1916 musste eine neue Statue am Bründl aufgestellt werden und 1949, also nicht einmal hundert Jahre nach Einrichtung des Brunnens, musste die Quelle ein zweites Mal gefasst werden und neue Leitungen gelegt werden. Auch heute setzen Wallfahrende noch auf die Wirkung des Wassers, der im Laufe der Zeit zahlreiche Wunderheilungen zugeschrieben wurden.

Kontakt

Pater Konrad Reisenhofer, 8222 Maria Fieberbründl 55, T: +43 3334 2320

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