Die mittelalterliche "Vöstenburg"

Inmitten der malerischen Waldlandschaft der nördlichen Oststeiermark findet man die mittelalterliche Festenburg. Zahlreiche Wanderwege führen durch diese Gegend im Hochwechselgebiet, sodass ein Besuch in Burg und Ort Festenburg sich mit einem Wanderausflug verbinden lässt. Wo heute etliche Besucherinnen und Besucher die frische Luft und die schöne Natur des Jogllandes genießen, wurde vor über 800 Jahren begonnen, die Grenzen der Oststeiermark mit dem Bau eines Burgengürtels zu stärken.

Die Festenburg beeindruckt Besucherinnen und Besucher jedoch nicht nur mit ihrer wehrhaften Anlage, sondern beherbergt auch einzigartige Fresken vom Vorauer Stiftsmaler Johann Cyriak Hackhofer. Besonders Kinder dürften von der Rüstkammer der Festenburg begeistert sein, in der man Schwerter, Hellebarden und Rüstungen aus der Zeit der Ritter und Burgfräulein begutachten kann. Neben Ausstellungen und dem Sitz der Pfarre sind in der Burg auch Gedächtnisräume für Ottokar Kernstock anzufinden und sind als Museum öffentlich zugänglich.
 

Die Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der Festenburg als „Vöstenburg“ stammt aus dem Jahr 1353. Man geht jedoch davon aus, dass bereits im 13. Jahrhundert auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Felssporn eine Burg gegründet wurde, die der Vorgänger der heutigen Festenburg war. Keiner der Eigentümer wohnte auf dieser Burg dauerhaft, weswegen Burggrafen die Herrschaft verwalteten. Im 15. Jahrhundert kam die Festenburg in den Besitz der Grafen von Montfort, sodass im Montforter Urbar von 1409 bereits eine genaue Beschreibung der bescheidenen Herrschaft Festenburg enthalten ist. Zu dieser Zeit gehörten 16 Bauernhöfe, 15 Hofstätten, zwei Mühlen und eine herrschaftliche Säge zu der Herrschaft des berühmten Minnesängers Hugo von Montfort. 1416 erwarb Caspar von Saurau die Burg, während die Lehenshoheit bei den Grafen von Montfort blieb. Während der türkischen Eroberungszüge 1529 und 1532 gelang es nicht, die Festenburg zu erobern. Im Jahr 1616 waren die protestantische Grafen von Saurau im Zuge der Gegenreformation dazu gezwungen, die Feste an das katholische Stift Vorau  zu verkaufen. Bereits kurz danach wurde der Ostteil der Festenburg unter Propst Daniel Gundau zur Schlosskirche St. Katharina umgebaut und die Festenburg zu einem Kloster. Bald wurde die Festenburg zum Erholungsort und Alterssitz für Vorauer Chorherren, behielt ihre Funktion als Herrschaftszentrum aber bei. Von 1889 bis 1928 diente die Burg dem Pfarrer und Schriftsteller Dr. Ottokar Kernstock als Wohnsitz. Im Jahr 1988 begannen umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Burg, die vor einigen Jahren abgeschlossen wurden.

Architektur und Kunst

Die relativ große Burganlage entstand in drei Bauperioden: Der Torbau mit dem Zwinger sowie Reste des Bergfrieds sind Zeugnisse der mittelalterlichen Burg. Der Großteil des Burggebäudes stammt aus dem 17. Jahrhundert, der endgültige Umbau in eine Art Klosterburg erfolgte im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts. 
Die zahlreichen Kapellen der Festenburg wie beispielsweise die Loretokapelle, die Blutschwitzungskapelle oder die Krippenkapelle beherbergen prächtige Kunstschätze.
Die zweigeschossige Kirche der Hl. Katharina wurde anstelle des ehemaligen Rittersaals im Ostteil der Burg errichtet und beherbergt einzigartige Fresken des Vorauer Stiftmalers Johann Cyriak Hackhofer, der die Decke und Wände im Sinne eines barocken Gesamtkunstwerks gestaltete und 1710 vollendete. Das Deckenfresko nimmt eine Fläche von etwa 100 m² ein und zeigt nur weibliche Personen, wodurch das Werk auch als „Festenburger Frauenhimmel“ bekannt ist. Das Werk gilt als Spitzenwerk der barocken Monumentalmalerei der Steiermark und zeigt die Verherrlichung der Hl. Katharina als Patronin der Kapelle.

Kontakt

Festenburg, Festenburg 1, 8251 Bruck/Lafnitz
T: +43 664 3758888, festenburg (at) aon. at, www.festenburg.at

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