Malerisches Schloss mitten im Herzen der Steiermark

Zwischen Vorau, der Heimat des wunderschönen Augustiner Chorherrenstifts und dem oststeirischen Fluss Lafnitz findet man das Schloss Aichberg. Das Schloss am Rande des kleinen Ortes Eichberg, auf einem der zahlreichen Hügel des Jogllandes, war einst Teil eines mittelalterlichen Burgenrings zur Verteidigung der Ostgrenze des Reiches. Heute beherbergt es eine umfangreiche Sammlung an Kunstgegenständen und ist ein Ort, an dem Geschichte und Kunst aufeinandertreffen.

Entgegen aller Erwartung findet man hier nicht nur Kunst aus vergangen Tagen, sondern auch etliches an zeitgenössischer Kunst, die vorwiegend durch den heutigen Besitzer Cajetan Gril ihren Weg nach Schloss Aichberg fand. Seit 1986 ist das Schloss in seinem Besitz und gleichzeitig auch Heimat für die einmalige Sammlung des umtriebigen Kunsthändlers. Die Räumlichkeiten des Schlosses können für Veranstaltungen gemietet werden, zwei gemütliche Appartments bieten Platz, um im Schloss Aichberg zu übernachten.

Die Geschichte

Wann genau die erste Wehranlage an der Stelle des heutigen Schloss Aichberg zu finden war, ist nicht bekannt. Vermutlich gab es bereits um die Mitte des 11. Jahrhunderts eine hölzerne Befestigung, die die Einfälle der Ungarn erschweren sollte. Es folgte der Bau einer Steinburg gegen Ende des 12. Jahrhunderts im Zuge der Errichtung eines Burgengürtels an der Ostgrenze des Heiligen Römischen Reiches, die an der Lafnitz endete. Die erste urkundliche Erwähnung von Schloss Aichberg stammt aus dem Jahr 1374, die Herren von Aichberg finden bereits im Jahr 1250 Erwähnung in einer Urkunde des Stiftes Vorau. Im Laufe der Zeit wechselten die Besitzer des Schlosses etliche Male, die Herren von Steinpeiß hatten verhältnismäßig lange von 1412 bis 1771 ihren Sitz auf der Burg.  

Die Türkeneinfälle von 1529 und 1532 machten der Herrschaft schwer zu schaffen, auch Haiduken und Kuruzzen griffen das Schloss mehrmals im Lauf des 17. Jahrhunderts an. Während des Ersten Weltkrieges diente das Schloss als Quartier für galizische Flüchtlinge. Im Zweiten Weltkrieg war das Schloss zuerst Kriegsgefangenlager, bald wurde es aber zu einer Kommandozentrale der deutschen Wehrmacht, später auch der russischen Armee. Nach Ende des Krieges war es abermals Quartier für Flüchtlinge. Nachdem 1986 der Wiener Kunsthändler Cajetan Gril das Schloss übernommen hatte, führte dieser umfangreiche Renovierungsarbeiten durch um das Gebäude wieder zu beleben.

Architektur und Kunst

Das Schloss Aichberg ist ein stark gegliederter, unregelmäßig rechteckiger Bau, bei dessen Auffahrt man eine Mariensäule aus dem 17. Jahrhundert findet, die eine Stiftung der Steinpeiß war. Der ursprüngliche mittelalterliche Baukern ist noch anhand eines spätgotischen Hoffensters des Osttraktes erkennbar. Die Außenfassade wurde von 1995 bis 1996 renoviert und weißt seit damals ein ungewohntes Farbenspiel auf: Die Sockelzone ist weiß gefärbelt, während beide Obergeschosse in schwarzer Farbe gehalten sind, weiße Fensterrahmungen und Geschoßtrennungen lockern die dunkle Fassade auf. Als Vorbild für dieses etwas ungewöhnliche Erscheinungsbild gelten Renaissance-Sgraffito-Fassaden, die ebenfalls in schwarz und weiß gehalten wurden. Im Innenhof findet man im zweiten Obergeschoss Arkaden aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Lorettokapelle des Schlosses wurde 1742 geweiht und wurde 1844 in eine Gruftkapelle umgewandelt.

Kontakt

Schloss Aichberg, 8234 Rohrbach an der Lafnitz,
T: +43 676 3088505, c.g (at) aichberg. at, www.aichberg.at

X