Steirischer Petersdom

Inmitten des Naturparks Pöllauer Tal findet man den „Steirischen Petersdom“. Dies ist die liebevolle Bezeichnung aus dem Volksmund für die Pfarrkirche des Ortes Pöllau, da diese mit ihrem Grundriss und ihrer mächtigen Kuppel stark an das wichtigste Bauwerk christlicher Architektur in Rom erinnert.
Im an die Kirche angrenzenden Schloss Pöllau findet man heute eine Polytechnische Schule, eine Musikschule sowie auch unterschiedliche Veranstaltungsräumlichkeiten für Events, Hochzeiten und Seminare. Auch die Ausstellung „Echophysics“ ist in den Räumlichkeiten des Schlosses untergebracht.

Die Geschichte

Bereits seit dem 12. Jahrhundert findet man in der Mitte des Pöllauer Tals einen Gutshof, der als Rodungszentrum der Herren von Stubenberg diente. Pöllau war wohl die älteste Gründung der Stubenberger in jenem Teil der Mark, den sie im Jahr 1125 von Markgraf Leopold III. geschenkt bekommen haben. Zu dieser Zeit diente der Gutshof in Pöllau als wirtschaftlicher Mittelpunkt des Gebiets und hatte auch die Verwaltung inne, gleichzeitig zählten die Herren von Pöllau als die wohl wichtigsten Gefolgsleute der Stubenberger.

Im Jahr 1459 kam es zum Verkauf der Herrschaft von den Stubenbergern an ihren Verwandten Heinrich von Neuberg („Neydtberg“). Dessen Sohn Hans verfügte im Jahr 1482, dass nach seinem Tod sein gesamter Besitz samt der Burg und dem Markt Pöllau in den Besitz der Augustiner Chorherren übergehen soll. Obwohl er bereits ein Jahr später starb, dauerte es bis ins Jahr 1503 bis mit der Gründung eines Klosters begonnen wurde, ein Jahr später wurde der Stiftsbrief für Pöllau ausgestellt. 1532 wurden Markt und Stift im Zuge der Türkenkriege in Mitleidenschaft gezogen. Die alte Burg Pöllau bis zum Ende des 17. Jahrhunderts als Stiftsgebäude bestehend. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts folgten umfangreiche Umbauarbeiten am Stift, bei denen unter anderem der Leibnitzer Baumeister Jakob Schmerlaib und der Italiener Carlo Antonio Carlone beteiligt waren. Erst im Jahr 1780 konnte man endgültig die Innenausstattung des Stifts fertigstellen, bereits fünf Jahre später, im Jahr 1785, wurde das Chorherrenstift im Zuge der Reformen von Joseph II. aufgehoben.

Seit dem Jahr 1938 ist das Schloss im Besitz der Marktgemeinde Pöllau, von 1984 bis 1990 wurden Kirche und Schloss einer gründlichen Totalrestaurierung unterzogen.

Architektur und Kunst

Als Zeugnisse der einstigen mittelalterlichen Wasserburg findet man heute den Graben und die Umfassungsmauern im Westen, Norden und Osten sowie Reste der Burganlage an der Westseite des ersten Hofes. Heute finden wir das Schloss als zweistöckigen Viereckbau des 17. Jahrhunderts vor, der mit der großen Stiftskirche auf der Südseite ein beeindruckendes barockes Ensemble bildet. Ein Highlight des Schlosses ist die ehemalige Bibliothek des Stifts, deren Bücher jedoch bereits bei der Stiftsaufhebung ausgeräumt wurden. Die Fresken an der Decke diese Raumes wurde nach dem Vorbild italienischer Künstler gestaltet und zeigt Allegorien geistlicher und weltlicher Wissenschaften. Remigius Horner schuf um 1720 die reich intarsierten Holzportale des Schlosses, auch einige Möbelstücke stammen von ihm.. Das ehemalige Refektorium beherbergt eine bemerkenswerte Stuckdecke und einen schönen barocken Kamin. Die Deckenfresken des ehemaligen Ecksaals wurden 1731 von Matthias von Görz geschaffen und zeigen „die Verherrlichung der Malerei. Bei den Torbogen an Süd- und Westseite des Schlosses findet man Statuen des Hl. Augustinus und der Hl. Maria aus der Werkstatt des Bildhauers Veit Königer.

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Kontakt

TV Naturpark Pöllauer Tal, Schloss 1, 8225 Pöllau,
T: +43 3335 4210, info (at) naturpark-poellauertal. at, www.naturpark-poellauertal.at

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