Maria, die Mutter Gottes wird hier verehrt

Auf einem Ausläufer des Masenbergs findet man eine der wohl schönsten gotischen Kirchen der Oststeiermark – die Wallfahrtskirche Pöllauberg.

In knapp 754 m Seehöhe thront diese hoch über dem Pöllauer Tal und ist schon von weitem sichtbar. Bereits im 12. Jahrhundert soll hier eine romanische Kapelle über einer Quelle errichtet worden sein, deren Quellwasser einer Legende nach Heilkräfte besaß. Die Kapelle wurde der Muttergottes geweiht und bald entwickelte sich an den Samstagen eine Wallfahrt zu der Kapelle, wodurch der Berg den Namen Samstagsberg erhielt. Bald schon war die Kapelle zu klein geworden für die Pilgerströme die hierher kamen um zur Muttergottes zu beten, sodass man um 1340 mit dem Bau einer neuen, größeren Kirche begann. Dieses neue gotische Gotteshaus wurde vor allem durch die reichen Stiftungen von Katharina von Stubenberg finanziert und wurde, ebenso wie ihr Vorgängerbau, der Hl. Maria geweiht.

Die alte romanische Marienkapelle wurde von da an der Mutter der Hl. Maria, der Hl. Anna geweiht. Auch die Hl. Katharina als Patronin der Stifterin des neuen Gotteshauses wurde von da an in der romanischen Kapelle verehrt. Für die neue Wallfahrtskirche Hl. Maria am Sabbatberg wurde bereits 1375 eine Kaplanei gestiftet, sodass man annehmen kann, dass sie in dieser Zeit bereits fertiggestellt war.

Im Jahr 1504 wurde die Kirche in den Bestand des neu gegründeten Chorherrenstifts Pöllau aufgenommen, ab 1707 wurde Pöllauberg zur selbstständigen Pfarre.

Der ursprüngliche Turm der gotischen Wallfahrtskirche wurde im August 1674 gemeinsam mit dem Dach der Kirche durch einen Blitzschlag zerstört. Die Arbeiten zum Wiederaufbau des Turmes bildeten den Beginn einer Barockisierungswelle, die besonders Kirchturm und Einrichtung betraf. Auf der Anhöhe neben dem heutigen Wirtshaus König befand sich lange Zeit eine Holzhütte der Einsiedelei, das Grab des letzten Einsiedlers Frater Paulus Höfler, der 1806 verstarb, befindet sich auch heute noch am Pöllauberger Friedhof. Erst im Jahr 1949 wurde in der Wallfahrtskirche elektrisches Licht installiert.

Die rund 37 m lange gotische Wallfahrtskirche verfügt über drei Eingänge, von denen zwei in die Vorhalle des Gotteshauses führen, darunter auch ein barrierefreier Zugang. Beim Eingang an der Südseite befindet sich ein Kriegerdenmal, das 1929 von Professor Silberbauer geschaffen wurde und 1953 für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert wurde.

Das Langhaus der Kirche wird durch drei Pfeiler in zwei Schiffe geteilt, im Osten befindet sich der dreischiffig gegliederte Chor, der im Achteck geschlossen ist. Die Kreuzrippengewölbe der Kirche sind mit Schlusssteinen verziert und sind am Übergang vom zweitteiligen Langhaus in den dreischiffigen Chor als dreieckige Gewölbejoche gestaltet. An der Nordseite der Kirche findet man keine Fenster, da diese Seite die Schlechtwetterfront des Baus ist. Die Einrichtung der Kirche ist, wie bereits erwähnt, weitgehend barock gehalten. Der barocke Hoch- und Gnadenaltar, an dem unter anderem Remigius Horner, Max und Josef Schkotnigg arbeiteten, ist zu groß und wuchtig für den feingliedringen gotischen Innenraum und war wohl ursprünglich als Altar für die Kirche von Pöllau vorgesehen. Das Gnadenbild in der Mitte des Altars wird von überlebensgroßen Statuen der Heiligen Anna, Josef, Joachim und Johannes des Täufers flankiert. Die dreiachsige Orgelempore wurde 1691 errichtet, die darunter liegenden Beichtstühle wurden von Remigius Horner gestaltet. 

Führungen: 01.03.- 02.11.: jeden Mi um 15 Uhr und jeden Fr um 10 Uhr.

Preis: € 5,- Anmeldung bis 16 Uhr des Vortages notwendig!

Kontakt

TV Naturpark Pöllauer Tal, Schloss 1, 8225 Pöllau,
T: +43 3335 4210, info (at) naturpark-poellauertal. at, www.naturpark-poellauertal.at

X